Die GU wird zur Zeit geräumt und saniert – wegen baulicher Mängel und nicht, weil die Bewohner nicht pfleglich mit den Installationen umgegangen sind. Die Gemeinschaftsunterkunft wurde 2015 in nur wenigen Monaten hochgezogen, der Eigentümer ist ein Bauträger aus Bayreuth, der das Gebäude offensichtlich an das Landratsamt Karlsruhe vermietet hat.

Es gab dazu am 7. Juni einen längeren Artikel in den BNN, der das ganze aus der Sicht des Landratsamtes dargestellt hat, der allerdings auch einen falschen Eindruck erweckte.

Dazu gibt es jetzt einen Leserbrief aus der Sicht der Flüchtlingshilfe.

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Leserbrief zum Artikel „Vorübergehender Auszug ist unvermeidlich“, erschienen am 7. Juni 2017 in der Rubrik Hardt der BNN

Sehr geehrte Frau Fischer, sehr geehrte Redaktion
als ich den Artikel gelesen habe, war ich doch einigermaßen erstaunt. Es entsteht nämlich der Eindruck, das Landratsamt habe in großer Fürsorge für die betroffenen Flüchtlinge, mit frühzeitiger Ankündigung und Anhörung aller Betroffenen entschieden, die Berghausener Gemeinschaftsunterkunft zu räumen, um sie sanieren zu können. Tatsächlich aber wurden sowohl die Geflüchteten, die Flüchtlingshilfe Pfinztal und die Gemeinde Pfinztal äußerst kurzfristig mit dieser Entscheidung lediglich konfrontiert.

Es gab im Vorfeld der Räumung keinerlei Informationen vom Landratsamt und die Betroffenen waren völlig unvorbereitet. Eine Flüchtlingshelferin, die in die laufenden Umzugsmaßnahmen in der GU geriet, hat es in einer Eilmeldung in WhatsApp so formuliert: „Es ist eine Katastrophe, die werden jetzt wie wild verteilt, ohne Rücksicht auf irgendwas, war heute bei ein paar Leuten, echte Verzweiflung, ich flippe bald aus. Brauche jetzt dringend kleine Wohnung für an Leukämie erkranktes Mädchen.“

Wenn jetzt, wie es im Artikel heißt, etwas getan wird, damit die Kinder „auch weiterhin die Schulen und Kindergärten besuchen“ können, „Erwachsene ihre Arbeitsplätze per Bus oder Bahn erreichen … oder Sprachkurse fortführen“ können, dann liegt das am Protest und an der Intervention der Flüchtlingshilfe und der Gemeinde. Auch dass „die Umzüge diese Woche in Etappen und erst dann stattfinden, wenn eine für die Person oder Familie geeignete Unterkunft im näheren Umfeld gefunden“ wurde, davon musste das Landratsamt erst überzeugt werden.

Und auf eines sollte man in diesem Zusammenhang auch ganz deutlich hinweisen, um Gerüchten keine Nahrung zu geben: Die Sanierung erfolgt wegen „technischer Probleme, die insbesondere die Warmwasserversorgung betreffen“, salopp gesagt, wegen Pfusch am Bau eines noch nicht einmal 2 Jahre alten Gebäudes. Sie erfolgt nicht, weil die Geflüchteten nicht pfleglich mit den Anlagen umgegangen sind!
Mit freundlichen Grüßen
Ingolf Hertlin Sprecher Koordinationsteam Flüchtlingshilfe Pfinztal

Neues zur Sanierung der GU in Berghausen

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2 Gedanken zu „Neues zur Sanierung der GU in Berghausen

  1. Es wurde auch an der Ausstattung der sanitären Anlagen gespart. Es gab weder Spiegel noch Ablagemöglichkeiten in den sanitären Anlagen! Kassiert hat der Eigentümer sicherlich für nicht erbrachtes Inventar?

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